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Tankreinigung - was Sie unbedingt wissen sollten

 

Wer Betreiber einer Heizöl-Lageranlage ist, wird früher oder später mit dem Thema „Tankreinigung“ konfrontiert. Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Fragen und Überlegungen, wie z.B. nach der

Notwendigkeit: Maßgebender Faktor hierfür ist u.a. der Tankwerkstoff mit der Unterscheidung:


 

  • Tank(s) aus Stahlblech: Bei diesen Tanks besteht naturgemäß die Gefahr einer Schädigung durch Korrosion, da über die Entlüftungsleitung durch Kondensation geringere Mengen an Wasser eingetragen werden. Dieses lagert sich wegen des höheren spez. Gewichtes zum Öl in der Sohle (Tankboden) ab und kann hier in Einzelfällen durchaus Auszehrungen bewirken.
  • Tank(s) aus Kunststoff: Bei gleichen Bedingungen wie vorstehend beschrieben sind Kunststoffe (Polyäthylen, Nylon, Epoxidharz usw.) gegenüber Wasser beständig, also keine negativen Auswirkungen. Zu dieser Tankgruppe sind auch Stahltanks, die mit Kunststoffhüllen ausgerüstet sind, zuzuordnen.

Ein weiteres Kriterium hierfür ist der sichere, störungsfreie Betrieb der Heizungsanlage (Brenner) unter dem Gesichtspunkt diverser


 

  • Ölverschmutzungen: Das gelieferte Heizöl beinhaltet u.a. auch diverse Feststoffpartikel, die sich in der Tanksohle am Boden absetzen (sedimentieren). Diese Schlammschicht kann sich beim Verbleib im Tank über lange Zeiträume so hoch aufbauen, dass sie dann von der Brennerpumpe konzentriert angesaugt wird. Dies führt unweigerlich zu einer schnellen Filterverschmutzung, was in der Folge zum Brennerausfall (Heizungsstillstand) führen muß.
  • Daraus ergeben sich erkennbar gewisse Notwendigkeiten, die für eine Tankreinigung sprechen, wobei wie beschrieben der Kunststofftank gegenüber dem reinen Stahltank günstiger abschneidet, was das Problem der korrosiven Schädigung anbelangt.

Tankreinigung: Muß- oder Sollbedingung

  • Vorschriftenlage: Es gibt keine gesetzliche Bestimmung, welche dem Betreiber eine Tankreinigung zwingend vorschreibt. Entsprechende Behauptungen diverser Firmen sind falsch.
  • Der Gesetzgeber verpflichtet lediglich den Betreiber, die Lageranlage so zu warten und zu betreiben, dass kein Gewässerschaden zu besorgen ist. Unter dem Gesichtspunkt einer intakten, gesetzlich vorgeschriebenen Schutzvorkehrung (z.B.: Auffangraum oder Leckwarneinrichtung) ist diese Forderung auch ohne Tankreinigung grundsätzlich abgedeckt.
  • Die Notwendigkeit einer Tankreinigung ergibt sich primär aus der Sinnfälligkeit nach den Kriterien: Werterhalt und Betriebssicherheit. Unter diesem Aspekt sind auch die vom Betreiber frei bestimmbaren Zeiträume für die Tankpflege anzusetzen.

Gefahren und Probleme bei der Tankreinigung

Eine sachgerecht durchgeführte Tankreinigung durch einen anerkannten Fachbetrieb stellt aus technischer Sicht im Regelfall für die Tankanlage keinerlei Gefahr dar. Selbst Kunststoffinnenhüllen sind bei korrekter Arbeitsweise nicht gefährdet.

Dagegen können sich aus der unterschiedlichen Interessenlage des beauftragten Tankschutzunternehmens in der Gesamtabwicklung durchaus Probleme entwickeln.

In den letzen Jahren benutzen in zunehmendem Maße nicht wenige Tankschutzfirmen die Tankreinigung als willkommene Gelegenheit, um durch meist fragwürdige, bzw. unzutreffende Behauptungen teure Koppelgeschäfte anzuhängen.

Dazu werden z.B. bei Stahltanks vielfach erhebliche, oder gar gefährliche Korrosionen vorgegeben, um dann im gleichen Atemzug teure Sanierungskonzepte anzupreisen, wie Tankbeschichtungen, Schutzanstriche, oder Kathodenschutzeinrichtungen.

Davon abgesehen, dass in vielen, um nicht zu sagen in den meisten Fällen, die beschriebenen Vorgaben bezüglich der Korrosionsschäden nicht zutreffen, sind die angepriesenen Sanierungskonzepte in ihrer Wirkungsweise zumindest umstritten bzw. fragwürdig.

Als zusätzliches Problem für den Tankbetreiber stellt sich die Notwendigkeit der sofortigen Entscheidung heraus, da ja sonst nach Aussage der Monteure bei späterer Realisierung eine erneute, kostenpflichtige Tankreinigung erforderlich wird.

Wichtige Hinweise zur Tankreinigung

Ziel dieser Informationen ist es, den Tankbetreiber dahingehend aufzuklären, dem Thema Tankreinigung nicht nur als unwissender, unbedarfter Laie gegenüberzustehen, sondern in Verbindung mit nachstehenden Themen besser gerüstet und damit letztendlich auch entscheidungsfähiger zu sein.


 

  • Eine Tankreinigung ist ausgehend vom Tanksystem (Werkstoff) unter dem Gesichtspunkt des Werterhalts und der Betriebssicherheit grundsätzlich sinnvoll
  • Es gibt keine generelle, gesetzliche Verpflichtung, sofern es dafür nicht anderweitige Gründe gibt, wie z.B. bei einem 1-wandigen Erdtank ohne Leckschutzeinrichtung
  • Die Mineralölverbände empfehlen für die Wiederholung von Tankreinigungen durchaus lange Zeiträume, nachdem der Tank dazu betriebsmäßig leer gefahren wurde. Das gesamte verschmutzte Altöl sollte entsorgt werden, so dass der gereinigte, leere Tank neu zu befüllen ist
  • Aufdringliche Anbieter, die den Betreiber regelrecht mit Telefonterror versuchen unter Druck zu setzen, oder gar mit einer „Anzeige“ bei der Behörde drohen, sollten grundsätzlich gemieden werden
  • Orientieren und entscheiden Sie sich nicht ausschließlich an den Angebotskosten (Firmenjubiläum > Sonderrabatt!!). Der billigste Anbieter wird nicht selten zum teuersten Ausführer!
  • Seien Sie bei Durchführung der Tankreinigung anwesend. Behalten Sie die Arbeiten im Auge, ohne den Monteuren ständig auf die Füße zu treten. Unterschreiben Sie nichts, was Ihnen suspekt vorkommt ohne plausible Erklärung (Altölentsorgungsmenge)
  • Stehen Sie Aussagen, die den qualitativen Zustand Ihre Tankanlage in Frage stellen, durchaus kritisch gegenüber. Lassen Sie sich die Problemstellen nach Möglichkeit zeigen. Partielle Auszehrungen mit einer Tiefe im Bereich von 1 mm sind - bei einer Regelnennwandstärke von 5 mm - im Regelfall unbedenklich und bedürfen auch keiner teuren Sanierung. Versuchen Sie im Zweifelsfalle telefonisch einen Sachverständigen zu erreichen
  • Die meisten der angebotenen Sanierungskonzepte stellen weder eine gesetzliche Schutzmaßnahme für den Tank dar, noch wird eine solche dadurch ersetzt. Das heißt im Klartext, dass eine Tankanlage mit einem schadhaften Auffangraum auch nach einer teuren Tankbeschichtung nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht (Versicherungsschutz)!
  • Bedenken Sie, dass die zu den Sanierungssystemen angepriesenen Garantieleistungen meist an zeitlich gebundene, kostenpflichtige erneute Tankreinigungen zwecks „Nachkontrolle“ gebunden sind. Hier werden Sie also gezielt mehrfach zur Kasse gebeten
  • Lassen Sie sich keinesfalls unter Zeitdruck setzen. Stellen Sie die Entscheidung über eine teure Sanierung ggf. zurück und holen Sie zwischenzeitlich über Sachverständige nützliche Zusatzinformationen ein
  • Behauptungen, dass gar ein möglicher Ölschaden bevorstehe sind im Regelfall völlig aus der Luft gegriffen und haben nur das Ziel der sofortigen Auftragserteilung
  • Behauptungen, dass ältere Innenhüllen verspröden und somit bei Durchführung der Reinigungsarbeiten schadhaft werden können, sind pauschal so nicht haltbar. Hierzu liegen neutrale Gutachten der staatl. Materialprüfanstalt Darmstadt vor, die dem widersprechen
  • Der beauftragte Fachbetrieb ist verpflichtet, die Anlage nach Abschluß der Arbeiten in bestimmungsgemäßem Zustand zu übergeben
  • Falls während der Tankreinigungsarbeiten, oder kurzzeitig danach das Leckwarnsystem „Alarm“ meldet, sollten Sie nach sofortiger Reklamation beim betreffenden Fachbetrieb unverzüglich auch einen Sachverständigen Ihrer Wahl hinzuziehen
  • Alte Stahlbatterietanks sollten nicht für teures Geld gereinigt (und beschichtet) werden. Statt dessen empfiehlt sich der finanzielle Einsatz in eine neue, zeitgemäße Doppelwandanlage.

Schlusswort:

Es soll hier keinesfalls der Eindruck erweckt werden, dass eine Tankreinigung generell ein „gefährlicher“ Vorgang ist. Es ist auch nicht so, dass alle Tankschutzunternehmen nach dem beschriebenen Muster verfahren. Ein gesundes Maß an Vorsicht und Skepsis gerade gegenüber Aussagen und Feststellungen, die mit hohen Zusatzkosten verbunden sind, erscheint jedoch durchaus angebracht.